ABFLUG


ABFLUGROUTEN

Austro Control setzt am Flughafen Wien mit dem Einsatz der satellitengestützen Navigation bei den neuen Abflugrouten, den Standard Instrument Departures [SIDs], internationale Maßstäbe.

SIDs definieren Ideallinien, die möglichst genau beflogen werden sollten [+/- 0,5 nautische Meilen]. Die Definition des Flugweges erfolgt im Wesentlichen mittels Wegpunkten, den sogenannten "Waypoints". 

Mittels geografischer Koordinaten, Distanzen und genauen Kursangaben kann die Programmierung der Flugzeuge, die mit satellitengestützten Systemen ausgestattet sind, optimiert werden und alle SIDs - unabhängig von bodengestützten Funkeinrichtungen - mit Satellitennavigation geflogen werden.

Der Name einer Abflugroute [SID] ist so gestaltet, dass sie möglichst prägnant, kurz und bündig formuliert ist. Beginnend mit dem Namen des Wegpunktes auf der Luftstraße im oberen Luftraum [z.B. ADAMA], gefolgt von einer einstelligen Versionsnummer und einer spezifischen Endung [je nach Piste] wird die Bezeichnung gestaltet.

Die Endungen einer SID setzen sich wie folgt zusammen:
"A"  - SID Piste 11    "B"  - SID Piste 16
"C"  - SID Piste 29    "D"  - SID Piste 34

Beispiel:
ADAMA1A ist daher jene SID, die von Piste 11 startet.
ADAMA1B ist die SID für Piste 16, ADAMA1C für die Piste 29 usw.

Abruf der Standard Instrument Departures [SID]

Die jeweilige SID finden Sie unter [PART III - AD2]  -  Karten/Charts Wien-Schwechat auf   https://eaip.austrocontrol.at.

Abflugstrecke Tag (07-21 Uhr):
Standard Departure Chart - Instrumente - ICAO (RWY __)

Abflugstrecke Nacht (21-07 Uhr):
Standard Departure Chart - Instrumente - ICAO  (Noise Abatement RWY __)

Quelle:  Austro Control - Luftfahrthandbuch Österreich / AIP Austria


MÖGLICHE DEFINITIONEN VON ABFLUGROUTEN

Abflugrouten können durch untenstehende Möglichkeiten beschrieben werden:

WAYPOINTS

Wegpunkte sind mit einem unverwechselbaren Namen versehen Punkte, bestehend aus einer 5-stelligen Nummern-Buchstaben-kombination [z.B.: WW123], definiert nach geografischer Länge und Breite [Koordinaten]. Die Waypoint-Festlegung folgt strikten Mindestkriterien [z.B. Abstand zueinander], um sie in den bordseitigen Navigations-Systemen verwenden zu können.

Durch Vorgabe von präzisen Wegpunkten mittels geografischer Koordinaten, Distanzen und genauen Kursangaben kann die Programmierungen der Flugzeuge, die mit satellitengestützten Systemen ausgestattet sind, optimiert werden. Die Flugzeuge sind nun in der Lage, vorteilhaftere Kurvenradien zu fliegen. Damit wird ein besseres Vermeiden von Ortschaften möglich. Die theoretische maximale Korridorbreite beträgt 5 nautische Meilen [rund 550 Meter] von der Centerline. In der Praxis wird jedoch deutlich exakter geflogen. Im Geradeausflug befindet sich der weitaus größte Teil der Flugzeuge direkt auf der Centerline. 

Auf Navigationskarten wird zwischen Fly-by-Waypoint und Fly-over-Waypoint unterschieden. Wenn nicht anders von der Flugsicherung vom Piloten im Funkverkehr angegeben, dann ist immer ein Fly-by-Waypoint gemeint.

Der bei beiden Verfahren geflogene Radius des Kurvenfluges ist geschwindigkeitsabhängig. Je schneller ein Flugzeug fliegt, desto größer wird der Radius der Kurve. Wetterbedingungen, Windsituation und das Gewicht des Flugzeugs beeinflussen zudem die mögliche Flugroute.

 Fly-By-Waypoints

Bei einem Fly-by-Waypoint wird mit Kurvenflug vor dem Passieren des Waypoints begonnen, um nicht den Kurs zu überschießen - overshoot. Das erspart nachträgliche Überkorrekturen, um weiter auf die vorgegebene Kurslinie zu gelangen.

Fly-Over-Waypoints

Bei einem Fly-over-Waypoint wird der Kurvenflug beim Passieren des Waypoints eingeleitet.

 

RNAV [RF-TURNS]

Darunter versteht man eine Kombination aus Wegpunkten und Kurvensegmenten mit fix vorgegeben Radien [RF: Radius Fixed] was im Wesentlichen geringere Streuungen im Kurvenflug bedeutet.